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Titel: Ein Elefant für dich

Authorin: Betsy

Disclaimer: kein Geld, keine Spenden, nur vom-Lernen-abhalt Taktik >_>

Rating: P12-slash

Genre: äh, one-shot. Fluff? Oder so. xD

Inhaltsangabe: die Nacht vom 31. August auf den 1. September 2007

Vorwort: Lernen, Mädchen, lernen sollst du! >_> Ich will keine mündliche Abi Prüfung nächste Woche haben, neeeein!! Rettet mich!!! ;;____;;
Ah ja, Titel is von „wir sind Helden“ geklaut. Das Lied kommt auch in der Geschichte vor .. xD







„Tom?“ Ein Rascheln neben mir drang dumpf in mein Bewusstsein, gefolgt von einer geflüsterten Stimme. Ich gab ein undefinierbares Murren von mir, welches ich ganz klar, als „lass mich in Ruhe“ identifizierte, mein Bruder jedoch nicht zu verstehen schien.
„Tom, wach auf!“
Ein energisches Schütteln an meiner Schulter begleitete diesmal seine geflüsterte Aufforderung.
Junge ey, ich versuchte hier grad zu pennen!
“Tom ..!“ Die schwere Hand verweilte auf meiner Schulter, während Ruhe einkehrte und Bill scheinbar aufgab und schwieg. Ich nutzte die Zeit mich träge ein wenig mehr in die weiche Decke und das Kissen einzugraben. Vielleicht würde er hier einfach sitzen bleiben und mich schlafen lassen ... man durfte ja noch ein paar Illusionen haben in diesem Leben.

Entgegen meinen Erwartungen jedoch hatte sich Bill vorerst wirklich entschieden mich weiterschlafen zu lassen, denn seine Hand, mit der er mich gerade noch aus dem Tiefschlaf rütteln wollte, strich langsam über die eben noch malträtierte Schulter, als ob ihr die vorherige Zumutung leid tat.

„Jetzt wach schon auf“, sagte Bill leise. Seine Stimme klang plötzlich näher als zuvor und ich spürte einen Lufthauch auf meiner Wange auftreffen, woraufhin ich unwillkürlich die Nase rümpfen musste. „Sonst geh ich ohne dich“, fuhr der Jüngere fort. Das Streicheln seiner Hand ebbte ab und Bills Stimme hatte einen Hauch Amüsement.

Wohin?
Ohne, dass ich etwas dagegen tun konnte, fühlte ich mein Bewusstsein aufwachen, die Glieder strecken und anfangen an mir zu zerren, wie ein penetrantes Groupie, um meinen, sich noch weigernden Körper, ebenfalls zum Aufwachen zu zwingen.
Boah ey, wehe das war nichts Wichtiges oder total Spektakuläres!
Sich meines Bruders erbarmend zog ich schließlich ein Augenlid in die Höhe, um in die Dunkelheit zu blinzeln, wo ich schemenhaft das Grinsen auf dem Gesicht meines Zwillings ausmachen konnte.

„Wohin?“, murrte ich heiser. Na super, noch nicht mal meine Stimmbänder waren wach, was wollte man denn dann von mir als Ganzes?

„Auto fahren.“

Hä? Wir hatten beide zwar schon unseren Führerschein gemacht, durften aber noch nicht alleine fahren, weil wir noch nicht 18 waren. Und erst morgen hatten wir Geburtstag und –

Ich drehte mich abrupt um und starrte auf die Leuchtziffern meines Weckers.

05:48 blinkte mir entgegen.

„Ich bin grad aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen und da ist mir eingefallen, dass wir ab Mitternacht schon Auto fahren dürfen. Wir wollten ja heute sowieso zusammen cruisen gehen, wieso nicht jetzt? Wär doch voll geil!“, sprudelte es aus meinem Bruder heraus und ich streckte instinktiv die Hand aus, um damit durch seine Haare zu fahren. Bill verstummte und starrte mich an.

Ha, hatte ich’s doch geahnt. „Grad erst aufgewacht?“, spöttelte ich und richtete mich schwerfällig auf. Meine Finger ertasteten deutlich Gel und Haarspray in den Haaren meines Bruders. Als ob er ungestylt das erste Mal allein mit mir Auto fahren würde echt jetzt. Bei seinem Ego: niemals.
„Haste das geplant oder was?“, gähnte ich während meine Gedanken zu der Überlegung abschweiften wie stark Bill sich auch noch geschminkt hatte. Mitten in der Nacht ey .. was war ich froh, dass er der .. äh, androgyne Zwilling war.
Gab’s eigentlich nicht sonst immer den Guten und den Bösen; den Evil Twin? Was warn wir eigentlich?

„Nein, man“, empörte er sich, kicherte aber gleich darauf. „Na ja so halb.“Obwohl mein Bruder mich nicht sehen konnte, verdrehte ich die Augen, während ich fröstelnd aus dem Bett kroch und im Dunkeln zu meinem Schrank tapste.

„Also kommste mit?“, erklang Bills Stimme von meinem Bett. „Klar.“ Shit, wo warn meine ganzen Pullis hin? Und wieso war’s so verdammt saukalt in diesem Zimmer?
Im Schrank wühlend, hörte ich meinen Bruder näher kommen und mich plötzlich von hinten umarmen.
„Ich lass mir doch nicht entgehen dich auszulachen, wenn du Mamas geheiligtes Auto schrott fährst“, grinste ich den Schrank vor mir an, als Bills Hände sich um meinen Bauch legten.
Mitlerweile hatte ich das gesuchte Kleidungsstück ertastet und versuchte es aus dem Kleiderknäul heraus zu ziehen.

„Ha ha“, machte Bill hinter mir; ich spürte seine Wange an meiner Schulter. „Alles gute zum Geburtstag übrigens.“
Ich musste lächeln. „Dir auch.“
Eine Weile schwiegen wir, während ich immer noch so tat, als wäre ich mit dem Herausziehen des Pullis beschäftigt, damit mein Bruder noch einen Moment an mich geschmiegt stand.
Wir umarmten uns so selten.
Und meistens war es Bill, der auf mich zukam, und uns damit beide vor dem elendigem Krepieren aufgrund von fehlender körperlicher Nähe rettete. Um ehrlich zu sein, war es mir immer sehr peinlich, wenn er kuschelhurig war, obwohl ich mich mindestens genauso sehr nach ihm sehnte.
Vor anderen ging das erstmal gar nicht, dass wir irgendwie mehr als einander auf den Rücken hauten bei Halbumamungen, oder höchstens dicht aneinader gedrängt saßen und so taten, als ob der nicht vorhandene Platzmangel dran Schuld war. Vor anderen würde Bill auch niemals, so wie jetzt, einfach grundlos ankommen und mich umarmen, egal wer sonst dabei war, das ging auch nicht vor unserer Mutter. Einzige Ausnahme war Krankheitsfall, mit der wir die Kuschelhurigkeit vor Mama schweigend rechtfertigten und uns gegenseitig ansteckend unter einer Decke vergraben vor dem Fernseher hockten und in einem Bett schliefen.
Aber auch, wenn wir alleine waren, war es mir äußerlich eher peinlich, obwohl ich innerlich jede Berührung von Bill gierig in mir aufsog. Vielleicht war das der Grund, warum wir uns so selten umarmten.
Selber auf ihn zugehen, würde ich mich nie trauen.

„Kann ich mich jetzt auch anziehen?“, fragte ich belustigt, als mir die Zeit, in der solch eine Umarmung angemessen war, verstrichen schien. Schweigend ließ mein Bruder mich los und trat ein paar Schritte zurück, während ich mir den Pulli überstreifte und eine Hose anzog.

„Fertig?“, fragte er mich.

„Ne, warte ich muss mich noch schminken und Haare machen“, entgegnete ich und erntete einen leichten Schlag auf den Hinterkopf, dem ich zu spät auswich.
„Ey! Au!“
„Hast du voll verdient.“
Moah das war gemein, ich war hier noch halb im Tiefschlaf! Dies bestätigend gähnte ich herzzereißend und kratzte mich am Kopf, als ich von Bill gefolgt aus meinem Zimmer schlurfte.

Die Treppe lag düster und still vor uns, als mein Zwilling mich überholte, sich meine Hand schnappte und mich eilig hinter sich her zog. „Ey, leise, Mama und Gordon wachen sonst auf!“, zischte ich hinter ihm herstolpernd. Hatte ich schon erwähnt, dass ich noch halb am Pennen war?!
„Dann trampel weniger“, zischte Bill zurück. Ich könnte schwören, dass er grinste.

Ich bekam gar nicht richtig mit, woher Bill sich unten im Flur den Autoschlüssel klaute, sich dann schnell die Turnschuhe anzog und mich wieder hinter sich her, diesmal nach draußen, zog. Wann ich mir selber Schuhe angezogen hatte, davon hatte ich auch keine Ahnung. Ich brauchte ganz dringend ein RedBull..
Beschließend in dem scheinbar immer noch ziemlich verpennten Zustand den Straßenverkehr nicht unnötig zu gefährden, lümmelte ich mich auf den Beifahrersitz des roten Golfs.

“Du fährst“, gab ich erklärend von mir, als Bill auf dem Sitz neben mir Platz nahm.

„Hatte ich auch vor.“

Ich linste herüber, als mein Zwilling mit konzentriertem Blick den Schlüssel herumdrehte und der Motor leise summend ansprang. Ich beobachtete das linkes Knie sich senken, als die Kupplung gedrückt und gleichzeitig der ersten Gang eingelegt wurde; Bill lehnte sich vor und schaute ein paar Mal die dunkle, leere Straße rauf und runter und dann fuhren wir langsam drauf.
Die fremde Unterlippe wurde kurz nervös zwischen Zähne gedrückt, dann befreite sich das Grinsen endgültig und strahlte mich von Bills Gesicht aus in der spiegelnden Scheibe des Wagens an. Grinste ich selber eigentlich? Ich konnte mir diese Frage selber nicht beantworten, zu sehr war ich auf meinen Bruder fixiert, der breit grinsend und viel zu langsam die Landstraße lang fuhr, immer weiter von unserem Haus und unserer schlafenden und nichtsahenden Mutter.

Bills Hand tastete blind nach dem Radio, gab es aber bald auf und kehrte zum Lenkrad zurück. „Mach mal irgendwelche Musik an“, gab er sein Vorhaben an mich weiter.

Hm, was hatte unsere Mutter denn alles hier? Im Handschuhfach kramend fiel mir eine unbeschriftete CD in die Hände, welche ich kurzentschlossen einschob. „Wir schließen uns ein“ erfüllte den kleinen Wagen, während wir uns beide einen Moment lang entsetzt ansahen.

„Mama hört uns?!“, prustete ich plötzlich los. Die Vorstellung war irgendwie seltsam, sodass es komisch wirkte.
„Find ich gut“, grinste Bill vor sich hin und summte ein wenig mit.
„Liegt bestimmt an meinem geilen Gitarren-Solo da.“
„Ganz klar.“
Ich grinste und spulte dann weiter. Ein paar weitere Songs völlig durcheinander gemisch vom neuen und alten Album tauchten auf; beim 9. Lied tauchte eine Melodie auf, die ich nicht kannte. Fing eigentlich ganz interessant an.
„Anlassen?“, fragte ich Bill, der nickte.
Mein Sicherheitsgurt zog sich zurück, als ich mich wieder in den Sitz lümmelte und etwas herunterrutschte. Auf den Druck eines kleinen Knopfes hin, fuhr meine Fensterscheibe herunter und ein angenehm kühler und erfrischender Wind pustete mich an, weckte mich endlich auf. Mein Gesicht blickte mich im Seitenspiegel an und ich lächelte mich selber kurz an, bevor mein Blick daran vorbei in die dunkle Welt hinausstarrte.
Die weibliche Stimme vom Band erreichte mich und ließ meine Gedanken unwillkürlich schweifen.

„Ich seh uns beide, du bist längst zu schwer
Für meine Arme, aber ich geb dich nicht her“

Immer wenn in einem Lied von zwei Menschen die Rede war, musste ich unwillkürlich an Bill und mich denken. Mir war zwar klar, dass mit den meisten Songs wohl eher Liebespärchen gemeint waren und keine zwei Brüder, aber eigentlich waren wir beide doch auch sowas wie ein Liebespaar. Wir liebten uns schließlich und das was wir füreinander empfanden war im Grunde viel tiefer und aufrichtiger, als die Gefühle der meisten Pärchen, davon war ich überzeugt. Bei uns kam eine Trennung niemals in Frage, bei sich angeblich liebenden ständig und immer.
Und wenn’s nicht gerade um Sex ging, war jeder Lovesong auf uns übertragbar. Irgendwie machte mich das stolz.

„Ich weiß, deine Monster sind genau wie meine
Und mit denen bleibt man besser nicht alleine
Und ich weiß, ich weiß, ich weiß und frage nicht
Halt dich bei mir fest, steig auf, ich trage dich“

Wieso brachte ich es nie fertig Bill von selber zu umarmen?
Hatte ich es früher getan, als wir noch klein waren, oder war ich da auch schon so verschämt in der Hinsicht?
Ob Bill überhaupt wusste, dass ich mich nur oberflächlich schämte und es mir eigentlich wünschte, dass wir uns mehr berührten? Ich kniff die Lippen zusammen, als mir der Gedanke kam, dass er eventuell dachte, ich wüsste seine körperliche Zuwendung nicht zu schätzen. Immerhin konnte er ja nicht in mich hineinsehen und auch wenn wir uns so nah waren, konnten wir die Gedanken des anderen immer noch nicht lesen. Schade eigentlich. Obwohl eigentlich nicht. Es war viel wertvoller, wenn er mir selber von seinen Gedanken erzählte, wollte, dass ich etwas von ihm weiss, als dass ich es einfach erfahren würde.

„Ich werde riesengroß für dich
Ein Elefant für dich
Ich trag dich meilenweiter
Über’s Land
Und ich..“

Was für ein Gedanke. Ich musste unwillkürlich schmunzeln, als die Frau den Wunsch für jemanden da zu sein damit ausdrückte ein Elefant für ihn zu werden. Irgendwie einleuchtend und gleichzeitig überraschend.
Ich drehte mich zu meinem Bruder um und betrachtete sein Profil.

„Trag dich so weit wie ich kann
Ich trag dich so weit wie ich kann
Und am Ende des Wegs, wenn ich muss
Trage ich dich
Trag ich dich über den Fluss“

Bill wusste doch, dass ich für ihn da war. Bei dramatischen Dingen war es für uns beide völlig klar, dass wir beide einander helfen und einander stützen würden; aber wusste er auch, dass ich für ihn da war, wenn er sich mal grundlos schlecht fühlte? Mies drauf war, oder sich einfach einsam fühlte?
Drückte ich eigentlich mit meiner Verschämtheit bei seinen Berührungen Abneigung aus? Oder konnte mein Bruder mich durchschauen?
Hatte ich ihm je gesagt, dass wenn er sich alleine fühlte, er zu mir kommen konnte?
Ich wusste, dass Bill manchmal einsam war. Er war einfach ein Beziehungsmensch, er brauchte Nähe und Berührungen und jemanden zum lieb haben. Das brauchte ich ja auch, nur holte ich mir das alles aufgespaltet von verschiedenen Stellen.
Bill, die Mädchen, Bill ..., der ab und zu ankam und mich umarmte.
Würden wir uns überhaupt berühren, wenn er nicht damit anfangen würde?
Würde er irgendwann ganz damit aufhören, wenn er jetzt dachte und weiter denken würde, dass ich die Berührungen nicht wollte?

„Einer der nicht sollte, weint am Telefon
Und eine die nicht wollte
Weint und weiß es schon
Deine Beine tragen dich nicht wie sie sollten
So oft gehen die
Die noch nicht weg gehen wollten
Und ich weiß, ich weiß und ich ertrag es nicht
Halt dich bei mir fest, steig auf, ich trage dich“

Wieso kam das Lied denn jetzt auch noch auf’s Weinen zu sprechen ..
Meine Augen tasteten mein eigenes Gesicht im Seitenspiegel ab, während ich mir plötzlich völlig schäbig vorkam. Würde ich an Bills Stelle merken, dass ich es nicht so meinte, wenn ich die Umarmung abbrach, wie gerade eben in meinem Zimmer?

Das Ersterben des Motors ließ mich aufschrecken. „Was ist los?“

„Nichts. Wieso?“ Bill betrachtete mich amüsiert. „Ich hab nur angehalten, wir sind da.“

Da? Wo denn?
Ich sah aus dem Fenster und erblickte nur dunkle Felder. Rechts von mir erstreckte sich eine Art Wald am Horizont.
Mein Bruder bekam einen schiefen Blick.

Dieser grinste jedoch nur noch breiter, lehnte sich rüber und holte vom Rücksitz eine Packung Chips.
Oh, Essen war immer gut.
Nachdem wir die Tüte aufgerissen hatten und ich mir eine Handvoll in den Mund gestopft hab, sah ich mir die Umgebung wieder nach Sehenswürdigkeiten um, konnte aber immer noch keine entdecken.
Was zur Hölle sollten wir hier?

Bill, der meinen Blick gesehen hatte, lachte auf. „Bald geht die Sonne auf“, klärte er mich schließlich auf. Hä? „Und?“ „Nichts und, hier soll das schön aussehen. Hat Mama mir gestern erzählt.“

Wegen ’nem Sonnenaufgang waren wir her gefahren?
„Wie romantisch“, grinste ich belustigt und verdrehte dezent die Augen. Bills scherzhaft hauender Hand wich ich gekonnt aus. „Ja isses“, grinste er zurück.
„Okay, wo ist mein Ring?“ Ich drehte mich zu meinem Zwilling um und sah ihn gespielt gespannt an.
„Welcher Ring?“
“Du willst mir doch bestimmt ’nen Heiratsantrag machen, bei so ’ner Location“, erklärte ich. Was für einen Scheiß wir miteinander labern konnten und dann direkt auch noch beide drauf einstiegen. Ich konnte mich nur wieder über die Perfektion zwischen Bill und mir wundern, fast schon Ehrfurcht davor haben.
„Ach ja, klar.“ Grinsend guckte mein Bruder an sich runter, zog dann kurzerhand einen mehr oder weniger dezent aussehenden Metallring von seinem Finger und hielt mir seine Handfläche hin, damit ich meine Hand drauf legte. „Tom Kaulitz“, fing er feierlich an. Ich legte meine kalte Hand in Bills, die sich ebenfalls ziemlich kühl anfühlte. Waren wir beide so grundlos nervös, oder lag das nur an mir?
„Willst du mich heiraten und ... eine leidenschaftliche, tabulose und moralisch völlig verwerfliche Inzest-Beziehungen mit mir führen?“
Bills Hand zitterte leicht. Meine auch.
„Immer.“
Das Metall des Ringes schien wärmer als meine Haut, was vielleicht daran lag, dass Bill diesen gerade eben noch angehabt hatte. Seine Wärme übertrug sich über seinen, nein jetzt unseren, Ring auf mich. Wurde unsere beide Wärme gemischt und in dem Metall gespeichert? Für immer und ewig, bis dass der Tod uns schied?

„Müssen wir uns jetzt küssen?“ Ich räusperte mich, weil ich plötzlich heiser war.
„Ich schätz mal das gehört dazu.“

Ich konnte nicht sagen, was mich dazu trieb mich zuerst vorzulehnen und meine immerwährende Scheu gegenüber körperliche Nähe zu Bill endlich zu überwinden. Ich wusste nicht, was mich dazu trieb, aber ich war unendlich dankbar dafür.

Der Kuss selber war seltsam scheu und kalt, bis sich unsere Lippen gegenseitig aneinander aufgewärmt hatten. Ich hielt die Luft an, als Bill das Gesicht leicht schief legte und seine Nasenspitze meine Wange streichelte, während unsere Lippen sich mit einer zerbrechlichen Vorsicht aneinander schmiegten und aneinander rieben. Als Bills Küsse anfingen mich schwindelig zu machen, löste ich die Berührung langsam.
Man musste doch aufhören, wenn es am Schönsten war, nicht? Danach konnte es doch nur schlimmer werden, oder? Ich hatte Angst. Und ich konnte noch nicht einmal gedanklich in Worte fassen wovor genau.
Vielleicht konnte Bill diesmal durch mich hindurch sehen, denn kaum, dass der Kuss gelöst war, zog er mich in eine Umarmung.
Sein Kopf nahm Platz auf meiner Schulter, während ich mein Gesicht im Stoff seines Pullis vergrub und tief einatmete.
Die letzten Töne des Liedes drangen an meine Ohr und ich festigte den Griff um meinen Bruder ein wenig mehr.

„Bill?“, fragte ich leise in seine Schulter.
„Hm?“
Seine nun warmen Hände strichen bedächtig über meinen Rücken.
„Ich will ein Elefant für dich sein.“
Wieso hörte es sich im Lied so gut an und ausgespochen so unglaublich dämlich? Hatte Bill dem Lied überhaupt zugehört und wusste worum es ging? Erklären würde ich das jetzt auf keinen Fall. Wenn er es nicht rallte, würde ich einfach sagen, er sollte es vergessen, klar, er würde mich damit nerven und versuchen rauszukriegen, was ich mit so einer grenzdebilen Aussage gemeint hatte, aber –

„Bist du.“ Bills Umarmung wurde etwas fester. „Ich will auch ein Elefant für dich sein“, fügte er etwas leiser hinzu.
Ich musste lächeln, als ich die Augen öffnete und mir auffiel, dass es um uns herum schon wieder heller wurde und wir den Sonnenaufgang halb verpasst hatten. „Bist du total.“
6.5.07 12:51
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Ina / Website (6.5.07 16:30)
Hab dir bei ff.de schon ein Review geschrieben (Inalein) von daher erübrigt sich das an dieser Stelle^^'


*~*try_honesty*~* / Website (11.5.07 15:09)
Oh nein wie putzig! *schzmelzz*
Die ist ja mal mehr als süß, die ff.
Ich will auch ein elefant sein! T^T xD

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